Mittwoch, den 12.02.2020
Wege zu mehr Widerstandsfähigkeit in der Milchviehwirtschaft

Schätzungen zufolge konsumieren mehr als 80 Prozent der Weltbevölkerung regelmäßig Milch und Milchprodukte. Kein Wunder, denn schließlich sind Molkereierzeugnisse – ob aus Milch von Kühen, Büffeln, Ziegen, Schafen, Kamelen, Pferden oder Yaks – reich an Mikronährstoffen und spielen eine wichtige Rolle als günstiger Eiweiß-, Energie- und Fettlieferant. Entsprechend steigt der Gesamtverbrauch.

Doch die Erfolgsgeschichte rund um das gesunde Lebensmittel hat bekanntlich auch ihre Kehrseite. So sehen sich Milchviehhalter mit niedrigen Milchpreisen und hohen Futtermittelkosten, Personalmangel, sich verändernden Verbraucherbedürfnissen, zunehmender Regulierung und unberechenbaren Wetterverhältnissen konfrontiert. Die Landwirte müssen diese Faktoren mit der Notwendigkeit, profitabel zu arbeiten, in Einklang bringen, da sie ohne finanziellen Gewinn ihre Herden nicht unterhalten können. Laut etlichen Studien zur Milchviehhaltung ist sich die Forschung darin einig, dass die Milchindustrie durch verbesserte Fütterungsstrategien in Kombination mit optimiertem Güllemanagement sowie genetisch gut veranlagten Kühen widerstandsfähiger werden kann. Denn so verringert sie einerseits die Treibhausgasemissionen und steigert zum anderen bei reduziertem Futtermitteleinsatz die Milchproduktion. Durch den gezielten Einsatz von Automatisierungslösungen und Systemen für die Präzisionstierhaltung (Precision Livestock Farming, PLF) können Milcherzeuger wertvolle Zeit zurückgewinnen und gleichzeitig mithilfe von datenbasierten Erkenntnissen die Gesundheit, Leistung und Gesamteffizienz ihrer Herde verbessern.

Futtermittel – die Mischung macht’s

Futtermittel sind in Milchviehbetrieben oftmals der größte Kostenfaktor, doch heutzutage beeinflussen nicht nur die Landwirte die Fütterungsstrategien. Zwar spielt der Weidegang in vielen Betrieben nach wie vor eine Rolle, doch in Zeiten intensiver Tierhaltung und steigender Herdengrößen verbringen Kühe immer weniger Zeit auf der Weide. Allerdings lässt sich eine Trendwende beobachten, da das Tierwohl für die Verbraucher eine zunehmend wichtige Rolle spielt und folglich mehr Molkereien für Weidemilch mehr Geld auf den Tisch legen. Gut geführtes Weideland bietet diverse Vorteile, denn:

  • es versorgt die Kühe mit hochwertigem Futter und senkt die Kosten der Landwirte
  • es wird bei guter Bewirtschaftung widerstandsfähiger gegen Trockenperioden oder große Niederschlagsmengen
  • es trägt wirksam zur Anreicherung und Speicherung von Kohlenstoff und Kohlendioxid bei
Das South West Dairy Development Centre,(SWDDC) im britischen Somerset führt anhand von Systemen zur Präzisionslandwirtschaft vor, wie sich Weidebetrieb und automatisierte Fütterung in Kombination mit einem automatischen Melksystem realisieren lassen. Durch den Einsatz von hyperspektraler Bildgebung und Satellitendaten kann das SWDDC das Graswachstum in seinen umliegenden Paddocks überwachen und vorhersagen. Die Herde hat Zugang zu vier frischen Weideflächen pro Tag. Das funktioniert über ein Netzwerk von flexiblen Paddocks, die den Kuhfluss zwischen den Paddocks und den GEA Melkrobotern im Stall fördern. Gesteuert wird dieser Prozess durch ein GEA Herdenmanagement-System, das die Kommunikation zwischen den Selektionssystemen und der Tiererkennung sicherstellt.

Im Stall gibt automatisierte GEA Fütterungstechnologie mehrmals täglich genau dosierte Rationen aus und minimiert mit dem stets frischen Futter gleichzeitig die Abfallmenge. Durch die Automatisierung der Fütterung gewinnen die Mitarbeiter Zeit für andere Aufgaben, während gleichzeitig die Energiekosten gesenkt werden. Zudem ist dank des kompakten Designs weniger Fläche im Stall erforderlich.

Wie alle Wiederkäuer produzieren Kühe beim Verdauen Methan (CH4), eine Form von THG, denn in ihren Mägen sind Millionen von Mikroben aktiv, um die faserreiche Nahrung zu verarbeiten und zu vergären. Trotz geringerer Herdengrößen haben die CH4-Emissionen von Kühen in vielen Ländern zugenommen; daher ist die Reduzierung des Wärmeanstiegs im Pansen mit dem Ziel einer insgesamt besseren Futterverwertung bei Rindern von entscheidender Bedeutung. Milchwirtschaft und Forschung untersuchen die Ernährung und Verdauung von Kühen, um Möglichkeiten zur Verringerung der Methanproduktion zu finden. Einige Produkte wie methanreduzierende Futterzusätze kommen derzeit auf den Markt, doch die Wissenschaftler haben ihre Arbeit noch nicht abgeschlossen.

Weitere Informationen:
www.gea.com

zurück


© agrar-markt.net 0.003101110458374
Letzte Aktualisierung am 23.02.2020
Homepage Übersetzung
Werbung
 
 
 
 
xpress-Login